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Altes Rathaus Leipzig

Das Alte Rathaus liegt auf der Ostseite des Marktes in Leipzig und dominiert durch seine Länge den gesamten Platz. An seiner Rückseite ist der Naschmarkt gelegen.[wptab name=’Geschichte‘]

Mitte des 14. Jahrhunderts wollten die Bürger Leipzigs durch eine Vielfalt von Funktionsbereichen einen großen Saal, das Ratszimmer, die Stuben der Stadtschreiber, das Archiv und weitere Räume der städtischen Verwaltung in einem Gebäude unterbringen, daher wurde das Rathaus gebaut. Zu einem unbekannten Zeitpunkt zwischen 1300 und 1400 wurde das Rathaus erweitert und mit einem Kauf- und Tuchhaus verbunden. Im Dezember 1467 wurde eine neue Ratsstube fertiggestellt. Im Jahre 1498 wurde, da der Handel zu dieser Zeit florierte, ein Umbau des Rathauses beschlossen, der finanziell dann jedoch unmöglich wurde.

Das Rathaus wurde 1556/57 von dem regierenden Bürgermeister und Großkaufmann Hieronymus Lotter umgebaut. Erster Obermeister war Meister Paul Speck, dem wohl auch der Entwurf zuzuschreiben ist. Ihm folgte nach seinem Tod Anfang 1557 Meister Paul Widemann. Weiter beteiligt war auch der Ratsmaurermeister der Stadt, Sittich Pfretzschner. Der Bau wurde in der Folgezeit mehrfach verändert und ist heute zu überwiegenden Teilen eine Nachformung des frühen 20. Jahrhunderts. Bemerkenswert ist der asymmetrische Aufbau des Gebäudes von der Frontseite aus, die dieses annähernd im Goldenen Schnitt teilt. Vielfach wird angenommen, dass der seitlich nach links versetzte Turm des Alten Rathauses die Proportionen des Goldenen Schnittes am Gebäude kennzeichnet. Die eigentliche Einteilung der Gehäusefront zum Markt hin in Sachen Goldener Schnitt nimmt allerdings die Mitte des Hauptportals und Durchgangs – asymmetrisch zum Turm liegend – vor. Der ästhetische Gesamteindruck des Gebäudes wird durch diese Tatsache und in Verbindung mit der Höhe des Turmes nicht beeinflusst.

Das Gebäude weist zudem auf der Rückseite etwa in der Mitte einen leichten „Knick“ auf. Auf der Höhe des Turms befindet sich ein Durchgang vom Markt zum Naschmarkt. Dort stehen in einer Nische innen und vor dem Durchgang zur Naschmarktseite zwei Brunnen „Badender Knabe“ und „Badendes Mädchen“ aus dem Jahr 1909.

Das Alte Rathaus ist heute eines der letzten und bedeutendsten Renaissancebauwerke auf deutschem Boden. Seit 1905 ist das Neue Rathaus der neue Sitz der Stadtverwaltung. Das Alte Rathaus wurde 1905 bis 1909 grundlegend renoviert und umgebaut und beherbergt seit 1909 das Stadtgeschichtliche Museum. Sehenswert im Inneren des Gebäudes sind vor allem der große Festsaal, die Ratsstube, das Landschaftszimmer des Spätbarock, die Schatzkammer und das einzige authentische Porträt Johann Sebastian Bachs (von Elias Gottlob Haussmann), der 1723 in der Ratsstube seine Anstellungsurkunde als Thomaskantor unterzeichnete.

 

 

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[wptab name=’Innen Schrift  des Neuen Rathaus‘]

 

Rings um das Rathaus liest man diesen Text:
NACH CHRISTI UNSERES HERRN GEBURTH IM MDLVI IAHR BEY REGIERUNG DES DURCHLAUCHTIGSTEN UND HOCHGEBORENEN FURSTEN UND HERRN AUGUSTI HERTZOGEN ZU SACHSEN DES H. ROM REICHS ERTZMARSCHALL UND CHURFÜRSTEN LANDGRAFF IN THÜRINGEN MARGGRAFFEN ZU MEISSEN U. BURGGRAFFEN ZU MAGDEBURG ETC. IST INDISER STADT ZU BEFÖRDERUNG GEMEINES NUTZENS DIESES HAUS IM MONATH MARTIO ZU BAUEN ANGEFANGEN UND DASSELBE DES ENDE IM NOVEMBRIS VOLLBRACHT. DEM HERRN SEY ALLEIN DIE EHRE, DENN WO DER HERR DIE STADT NICHT BAUET SO ARBEITEN UMSONST DIE DARAN BAUEN WO DER HERR DIE STADT NICHT BEWACHET SO WACHET DER WÄCHTER UMSONST DES HERRN NAHME SEY GEBENEDEYET EWIGLICH AMEN BEY CHURF. JOH. GEORG II. HOCHLÖBL. REGIERUNG RENOV. MDCLXXII

 

 

 

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