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Das Wintergartenhochhaus ist ein Wohngebäude in Leipzig. Es wurde von 1970 bis 1972 als Wohnhochhaus Wintergartenstraße erbaut und ist seither ein Wahrzeichen von Leipzig. Mit 106,8 Metern Gesamthöhe, wovon 95 Meter reine Gebäudehöhe sind, war es das höchste Wohngebäude der DDR und ist bis heute eines der höchsten Wohngebäude in Deutschland.

Die Idee, an der Außenseite des den Zentrumskern umschließenden Ringes bauliche Höhendominanten zu errichten, enthält bereits der Leipziger Generalbebauungsplan von 1929 (GBP/Ritter). Mit der Arbeit am GBP 1970 (Siegel) wurden die bis dahin denkbaren Standorte speziell für das Wintergartenhochhaus und das neue Universitätsgebäude präzisiert.

Die städtebauliche Einordnung und die jeweils markante architektonische Ausdruckskraft ergaben sich aus der Standortwahl, den funktionellen Anforderungen und den angewandten bautechnologischen Verfahren. Für das Wintergartenhochhaus war die Wirksamkeit im städtebaulichen Raum mit geschwungener Form der bestehenden Bauten besonders zu beachten, da das Hochhaus nur hinter der verlängerten Bauflucht eingeordnet werden konnte. Kurze Vorbereitungszeiten erforderten den konzentrierten Einsatz engagierter Architekten und Ingenieure sowie das Nutzen der Erfahrungen, über die das Berliner WBK hinsichtlich des industriellen Monolithbaues für Wohnhochhäuser bereits verfügte.

Der städtebaulich-architektonische Entwurf aus den Jahren 1967/1968 stammt von Horst Siegel zusammen mit Ambros G. Gross, Frieder Gebhardt, Hans-Peter Schmiedel und Manfred Zumpe. Seine charakteristischen Merkmale sind der symmetrische Grundriss mit 16 Außenecken sowie pro Etage 12 drei- und 4 viereckige Loggien, so dass der Eindruck eines achteckigen Gebäudes entsteht. Es hat einen Durchmesser von 32,4 Metern. Die Form des Wintergartenhochhauses griff Manfred Zumpe einige Jahre später in seinem Zwölfeckhaus auf, bei dem die vier diagonalen Seiten statt der jeweils drei dreieckigen Loggien nur über zwei verfügen.

Die Entwurfsbearbeitung und Ausführungsplanung lag in den Händen von Frieder Gebhardt/Hartmut Stüber, Reinhard Vollschwitz, Achim Schulz und Friedhard Schinkitz.

Das Wohngebäude steht heute unter Denkmalschutz. Es war das erste in der DDR gefertigte Wohnhochhaus, das in Gleitbauweise mit oberflächenfertiger Außenhaut errichtet wurde. Ursprünglich sollten drei dieser Hochhäuser errichtet werden, jedoch wurde aus Kostengründen nur ein Haus realisiert. Die reinen Baukosten betrugen 52,88 Mio. DDR-Mark. 2.038 Tonnen Stahl, 4.784 Tonnen Zement und 12.000 Kubikmeter Beton wurden innerhalb von 26 Monaten verbaut. Aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse musste das damals größte Wohnhochhaus der DDR in einer Bodenwanne aus Beton errichtet werden, dazu waren Baugrundbohrungen bis in 50 Meter Tiefe nötig.

Das Hochhaus befindet sich zentral in der Innenstadt neben dem Leipziger Hauptbahnhof und gegenüber der Parkanlage am Schwanenteich. Bekannt ist es auch durch das sich auf seinem Dach drehende 18 Tonnen schwere Werbesignet Doppel-M für die Leipziger Messe.

In den Jahren 2004/2005 wurde es für 12,5 Millionen Euro komplett saniert, um ein Schmuckstück für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zu sein. Dabei wurden die Flachbauten in den unteren Etagen, die einst unter anderem das Restaurant Stadt Dresden mit 220 Sitzplätzen, eine Poststelle, eine Mokka-Milchbar und das Einkaufszentrum am Hauptbahnhof (Selbstbedienungskaufhalle) beherbergten, abgerissen. Dafür wird eine dreigeschossige Sockelzone für Gewerbemieter eingerichtet. Heute befinden sich im Wintergartenhochhaus 29 1-Zimmer-Wohnungen, 78 2-Zimmer-Wohnungen und 100 3-Zimmer-Wohnungen sowie einige Büroräume. Über 95 Prozent der Wohnungen verfügen über mindestens einen Balkon oder eine Loggia. Eigentümer des Hochhauses ist die stadteigene Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB).

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